AutoTruck – vollautomatischer Verteiler-Lkw für Automatisierungszonen


Durch einen vollautomatischen Betrieb von Nutzfahrzeugen innerhalb von Logistikzentren
und Betriebshöfen lässt sich der Warenumschlag effizienter und sicherer gestalten. Diesen
Herausforderungen stellt sich das Projekt AutoTruck: Unter Federführung der Götting KG
sollen mit den beteiligten Partnern:

  • Emons Spedition GmbH,
  • Fraunhofer IVI,
  • Orten Betriebs GmbH & Co. KG und
  • WABCO Development GmbH

bis Herbst 2019 Technologien wie:

  • hochgenaue Ortung und Navigation,
  • sichere Kollisionsvermeidung,
  • Car-2-Infrastructure-Kommunikation,
  • Echtzeit-Manöverplanung sowie
  • selbsttätiges Docken

für den vollautomatischen kooperativen Betrieb von Nutzfahrzeugen in geeigneten Automatisierungszonen entwickelt und in einem Logistikzentrum mit angrenzenden Erschließungsstraßen demonstriert werden. Das Vorhaben wird vom BMWT gefördert.
Die LUB Consulting GmbH unterstützt die Emons Spedition GmbH in ihrer Niederlassung im Güterverkehrszentrum Dresden u.a. bei der Festlegung der Testszenarien, bei der Bewertung der Demonstration sowie bei Untersuchungen zu weiteren Anwendungsgebieten im GVZ-Areal.

 

Link zur Pressemeldung des Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI

 

LUB erhält Förderbescheid für Elektromobilitäts-Projekt


Die LUB Consulting GmbH ist Koordinator des Forschungsverbundvorhabens „Investitionsvorbereitende Simulation des Einsatzes von elektrischen Nutzfahrzeugen im Kombinierten Verkehr“ (SEEN-KV). Gemeinsam mit der Technischen Hochschule Wildau sowie den Praxispartnern Emons-Rail-Cargo GmbH und Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH werden in dem zweijährigen Projekt die Einsatzbedingungen von Elektrofahrzeugen auf der letzten Meile der intermodalen Transportkette in sächsischen KV-Terminals analysiert. Ziel des Projekts ist die Entwicklung und der Praxistransfer eines Entscheidungsunterstützungs-Tools für die Beschaffung und den wirtschaftlichen Betrieb von Lkw mit Elektroantrieb. Assoziierte Partner sind die GVZ-Entwicklungsgesellschaft Dresden mbH sowie die Deutsche GVZ-Gesellschaft mbH. Am 16. Januar 2017 erhielten die Projektpartner im BMVI vom Parlamentarischen Staatssekretär Norbert Barthle ihre Förderbescheide. Über den Projektfortschritt werden wir auf dieser Homepage berichten.

 

Lkw-Führungskonzept für die Erlebnisregion Dresden


12.09.2016: Auf der Grundlage des im Jahr 2008 von der LUB Consulting GmbH erstellten Lkw-Stadtplans für die Landeshauptstadt Dresden arbeitet die LUB gegenwärtig an einer Erweiterung für die umliegende Erlebnisregion Dresden sowie die Städte Radebeul und Coswig.

Der Stand der Arbeiten wurde am 12. September 2016 im Rahmen der Bürgermeisterkonferenz der Erlebnisregion vorgestellt. Ende Oktober 2016 wird der Entwurf allen beteiligten Verwaltungen zur Prüfung übergeben. Zum Jahresende soll die Arbeit am Routennetz abgeschlossen sein, so dass die Daten an die Hersteller von Navigationssoftware übergeben werden können und gleichzeitig als gedruckte Karte erstellt wird.

Link zur Pressemeldung

Chinesisch-Deutsches Forum zum Intermodalen Verkehr in Peking


01.07.2016: Am 27. und 28. Juni 2016 fand in Peking ein Chinesisch-Deutsches Forum zum intermodalen Güterverkehr statt. Veranstalter war die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). LUB-Geschäftsführer Steffen Nestler war als Vertreter der Deutschen GVZ-Gesellschaft (DGG) vor Ort und hat über die deutschen Erfahrungen bei der Etablierung von Güterverkehrszentren und KV-Terminals berichtet. Neben der Planung von intermodalen Logistikparks und KV-Terminals in China wurden die im Rahmen der „One Belt One Road“-Strategie unterstützten KV-Zugverbindungen zwischen China und Deutschland intensiv diskutiert. Im Ergebnis der Forumsveranstaltung ist die Etablierung eines deutschen Expertenbeirats, welcher das chinesische Verkehrsministerium bei der Umsetzung seiner Intermodalstrategie unterstützen soll, geplant. Die DGG wird in diesem Gremium vertreten sein.

„TEN-T Days 2016“ in Rotterdam


23.06.2016: Die diesjährigen TEN-V-Tage fanden vom 20. bis 22. Juni in Rotterdam, Niederlande statt. Mit verschiedenen Workshops und Podien standen die Entwicklung des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) und die Implementierung sowie die Finanzierung der Kernnetzkorridore, ERTMS und Meeresautobahnen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) und das Tschechische Verkehrsministerium nahmen gemeinsam daran teil und beteiligten sich mit einem Stand zur Neubaustrecke Dresden – Prag als Teil des Orient/East-Med Korridors in der begleitenden Ausstellung. Die LUB Consulting GmbH unterstützt das SMWA bei der Öffentlichkeitsarbeit für die Neubaustrecke und war ebenfalls in Rotterdam vertreten.

 

Website NBS

Neubaustrecke Dresden – Prag: Sachsen und Tschechien gründen „Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit“ (EVTZ)


29.04.2016: Auf einer Veranstaltung am 29.04.2016 in Ústí nad Labem wurden die Studienergebnisse zur Schienenneubaustrecke Dresden-Prag vorgestellt und der Europäische Verbund für Territoriale Zusammenarbeit „Eisenbahnneubaustrecke Dresden–Prag EVTZ“ gegründet. Die Mitglieder des EVTZ sind die Tschechische Republik, der Freistaat Sachsen, der Bezirk Ústí nad Labem und der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Zu den Hauptaufgaben des EVTZ werden die technische sowie die fachlich - organisatorische Unterstützung, Projektinitiierung und Koordinierung sowie die Öffentlichkeitsarbeit für die Eisenbahnneubaustrecke gehören. Die LUB Consulting GmbH, die bereits die Projektkoordinierung und –administration für die vorangegangene Studie übernommen hatte und an den Vorbereitungen zur EVTZ-Gründung beteiligt war, wird das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) bei der weiteren Arbeit des EVTZ unterstützen.

 

Pressemitteilung des SMWA

Studie zu „Planungsdienstleistungen für die Neubau-Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke Dresden-Prag“ erfolgreich abgeschlossen.


Die im Rahmen des TEN-V Programms geförderte Studie ist termingerecht Ende Dezember 2015 abgeschlossen worden. Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hat die LUB Consulting GmbH die Erarbeitung des Förderantrages sowie die Projektkoordinierung und –administration für dieses Vorhaben übernommen.

Die Studie umfasst Vorplanungsleistungen für den grenzüberschreitenden Streckenabschnitt zwischen Heidenau (D) und Ustí n.L. (CZ), sowie die Weiterführung nach Prag auf tschechischer Seite. Untersucht wurden dabei insbesondere die umwelttechnischen, betrieblichen, wirtschaftlichen, rechtlichen und zeitlichen Anforderungen an die mischverkehrstaugliche Hochgeschwindigkeitsstrecke. Die Optimierung der geplanten Neubaustrecke orientiert sich primär am Kriterium minimalen Konfliktpotentials und zeichnet sich demnach durch eine weitestgehende Umfahrung von Siedlungsräumen und ökologisch sensiblen Strukturen aus. 

Die Deutsche GVZ-Gesellschaft erstellt mit ihrer Studie ein Update des europaweiten GVZ-Vergleichs / GVZ Berlin Süd neu in der Spitze

Deutsche GVZ-Standorte in Europa sehr gut platziert


03.11.2015 Pressemitteilung der Deutsche GVZ-Gesellschaft mbH (DGG):

Viele der deutschen Güterverkehrszentren haben sich bereits in der Vergangenheit erfolgreich etabliert und positioniert. Aber wie stehen sie im europäischen Vergleich da? Können sie ihre oftmals sehr starke Performance behaupten oder gibt es Standorte in Europa, von deren Leistungen deutsche GVZ noch „lernen“ können?

Diesen Fragestellungen widmete sich die Deutsche GVZ-Gesellschaft (DGG), eingebunden in die Institute LUB und ISL, und arbeitete mit ihrer Studie „Positionierung und Etablierung der Güterverkehrszentren (GVZ) im europaweiten Vergleich“ bereits zum zweiten Mal ein Ranking der europäischen GVZ aus.

Die Resonanz auf das erste europaweite Ranking aus 2010 zeigte bereits das enorme Interesse vieler GVZ-Akteure, Einblicke und Informationen hinsichtlich Markpositionierung und Markstrategien einzelner logistischer GVZ-Standorte Europas zu erhalten. Folglich war es auch Ziel dieser Studie, die internationale Logistiklandschaft zu veranschaulichen und darüber hinaus einen Impuls für die erfolgreiche Weiterentwicklung makrologistischer Konzepte in Europa zu geben.

 

Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

LUB Consulting GmbH erstellt die LEADER-Entwicklungsstrategie der LAG Vogtland


Leader Workshop im Rathaus Treuen
Leader Workshop im Rathaus Treuen

12.10.2015: Im Rahmen der Umsetzung des „Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen 2014-2020“ entwickelte die LUB Consulting GmbH im Auftrag des Vereins VogtlandZukunft e.V. die LEADER-Entwicklungsstrategie. 

Auf Basis erhobener Strukturdaten der LEADER-Region Vogtland, vorhandener regionaler Planungen sowie einer umfassenden Einbeziehung lokaler Akteure wurden die bestehenden Stärken und Schwächen sowie zukünftigen Chancen und Risiken aufgezeigt und Handlungsbedarfe abgeleitet. Gemeinsam mit regionalen Akteuren des Vogtlands wurden Ziele und Handlungsfelder für die Entwicklung des ländlichen Raumes der Vogtlandregion erarbeitet.

Dies war der Ausgangspunkt zur gemeinsamen Erarbeitung des Aktionsplans für die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Vogtland. Innerhalb des Aktionsplans sind die zukünftigen inhaltlichen Handlungsfelder und räumlichen Schwerpunkte sowie das Leitbild und Ziele der LAG Vogtland festgeschrieben und als messbare Indikatoren formuliert. Auf Basis der Erfahrungen hinsichtlich der vorangegangenen Förderperiode und der im Jahr 2013 durchgeführten Evaluierung zur Umsetzung der  Strategie „Integrierte ländliche Entwicklung“ (ILE) wurden die Organisationen und der Prozesse der LAG Vogtland weiterentwickelt und angepasst. Das im Rahmen der Erstellung der LES entwickelte Monitoring-System, bezogen auf die Inhalte und Strategien zur Umsetzung der LES, die Prozesse und Strukturen der LAG Vogtland sowie die Aufgaben des Regionalmanagements (RM) gewährleisten einen kontinuierlichen Lernprozess für die LEADER-Region Vogtland zur stetigen Weiterentwicklung der LES. 

Im September wurde die LES der LAG Vogtland durch das Sächsische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft genehmigt. Die LUB Consulting GmbH begleitete abschließende die Einführung des Regional-Managements der LAG Vogtland. 

 

www.leader-vogtland.de

 

Umfrage: Transportpotenzial für Bundeswasserstraße Saale steigt auf 2,5 Millionen Tonnen


03.09.2015: Anfang September berichteten der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) und das Saale-Bündnis über die fachliche Unterstützung der LUB, bei der Einschätzung der zukünftigen Transportpotenziale für den geplanten Saalekanal bei Tornitz.
Zur Pressemitteilung auf der Internetseite des Saale-Bündisses gelangen Sie hier.

"TEN-T Days 2015" in Riga


24.06.2015: Die diesjährigen TEN-T-Tage fanden am 22. und 23. Juni in Riga statt. Mit verschiedenen Workshops und Podien standen die Entwicklung des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) und die Implementierung der Kernnetzkorridore im Mittelpunkt der Veranstaltung.

In der begleitenden Ausstellung stellten das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) und das Tschechische Verkehrsministerium die gemeinsame TEN-T-Studie “Planungsdienstleistungen für die Neubau-Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke Dresden – Prag“ als Teil des Orient/East-Med Korridors vor. Die LUB Consulting GmbH unterstützt das SMWA bei der fachlichen Koordinierung dieser Planungsstudie und war ebenfalls in Riga vertreten.

Increased Capacity at Terminals and Reduction in Carbon Footprint Possible Through EcoHubs ICT Tools


15.06.2015: The EU funded EcoHubs R&D project (Environmentally COherent measures and interventions to debottleneck HUBS of the ultimodal network favoured by seamless flow of goods) has successfully delivered a number of proven ICT tools which can increase capacity at ports and terminals, and can lead to significant reductions in carbon

footprint.

 

 

 

Designed to support “Resource Efficient Europe”, the flagship initiative of the Europe 2020 Strategy, EcoHubs has, for the last 30 months, researched and developed the tools required for sustainable freight transport and logistics networks as part of a smart, safe, environmentally friendly and inclusive EU economy. 

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EcoHubs Press Release 06.2015 full
150615_EcoHubs project press release_LC_
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Polnische Studentengruppe besucht das GVZ Dresden


14.04.2015: Eine Gruppe von Studenten des Studiengangs Logistik der Bankhochschule Wroclaw (www.wsb.wroclaw.pl) besichtigte am 14. April 2015 das Güterverkehrszentrum Dresden. LUB-Geschäftsführer Steffen Nestler informierte in einem Einführungsvortrag im SVG-Autohof über die Entstehungsgeschichte sowie bei einem Rundgang über den aktuellen Entwicklungsstand. Am Beispiel der Niederlassung der Emons Spedition wurden die Prozesse im Sammelladungsverkehr erläutert. Großes Interesse fand ebenfalls der Umschlagbetrieb im KV-Terminal. Bereits im Jahr 2014 hatte die LUB im Rahmen des ESF-Trainingsprogramms PROLOG einen Studenten der Bankhochschule für ein dreimonatiges Praktikum zu Gast.

Perspektiven für den Schienengüterverkehr in Mitteldeutschland


Erschienen im DVZ-Themenheft "Logistikregion Mitteldeutschland" am 10.03.2015 


Ähnlich wie in anderen deutschen Regionen basiert der Schienengüterverkehr auch in den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen im Wesentlichen auf drei Säulen: Containerverkehre mit den Nordseehäfen, Zugsysteme für die Automobilindustrie sowie für Massengutverlader (Chemie, Baustoffe, Getreide, Holz) und auf dem Einzelwagenverkehr über Gleisanschlüsse und öffentliche Ladestellen. Bei näherer Betrachtung ergeben sich jedoch einige verkehrliche und infrastrukturelle Besonderheiten. Zum einen ist Mitteldeutschland nicht nur Quelle und Ziel von Schienentransporten sondern auch wichtige Transitregion für weiter zunehmende Verkehre mit Märkten in Ost- und Südosteuropa.

 

Eine der Hauptrouten führt über die tschechisch-sächsische Grenze in Richtung deutsche Nordseehäfen beziehungsweise in Richtung Ruhrgebiet und ARA-Häfen. Eine Herausforderung besteht darin, die begrenzte Kapazität der zweigleisigen Grenzstrecke durch organisatorische und technische Maßnahmen (Mehrsystemlokomotiven) möglichst optimal zu nutzen. Langfristig soll eine Neubaustrecke zwischen Heidenau im Süden von Dresden und dem tschechischen Ustí nad Labem als Bestandteil des europäischen TEN-V-Korridors „Orient-Östliches Mittelmeer“ für Entlastung sorgen. Voraussichtlich ab 2018 wird zudem mit der Inbetriebnahme der Strecke Knappenrode-Horka ein wesentlicher Engpass auf der Verbindung zwischen Mitteldeutschland und den Wirtschaftszentren in Südpolen beseitigt. Und letztlich wird mit der Fertigstellung der zum Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8 gehörenden Strecke Halle/Leipzig-Erfurt-Nürnberg die Kapazität im mitteldeutschen Abschnitt des TEN-V-Korridors „Skandinavien-Mittelmeer“ deutlich steigen. Für die in Mitteldeutschland tätigen Akteure des Schienengüterverkehrs geht es somit um eine Verknüpfung von regionalen und internationalen Transporten auf diesen europäischen „Rennstrecken“, damit die Verlader in der Region von den genannten Infrastrukturverbesserungen profitieren können. Hierfür sind die Zugangsstellen zur Schiene von zentraler Bedeutung. Das sind zum einen die Umschlagterminals des Kombinierten Verkehrs in den Güterverkehrszentren (GVZ), Binnenhäfen sowie in ausgewählten Produktionsstandorten.

 

Neben der überregionalen KV-Drehscheibe im GVZ Leipzig-Wahren haben sich nahezu flächendeckend KV-Standorte im Quell- und Zielverkehr erfolgreich im Markt etabliert, die nicht nur von den großen Staatsbahnoperateuren frequentiert werden, sondern sich zunehmend bei privaten KV-Betreibern großer Resonanz erfreuen. Beispiele hierfür sind in Dresden, Halle, Erfurt oder Glauchau zu finden. Auch hierin liegt einen Besonderheit des KV-Markts in Mitteldeutschland: Neben den ebenfalls in anderen Regionen vertretenen großen Playern, die sich auf starkströmige Sendungsmengen konzentrieren, hat sich insbesondere im speditionellen Umfeld eine „KV-Kultur“ entwickelt, die es auch kleinen und mittelständisch geprägten Produzenten in der Region ermöglicht, mit Einzelsendungen Zugang zum Kombinierten Verkehr zu erlangen. Dies gilt vor allem im Im- und Export von Seecontainern. Diese Mengen werden von den Vertriebsstrukturen großer KV-Operateure nicht oder nur bedingt erreicht. Mit dieser Nischenstrategie gelingt es regionalen Spediteuren mit KV-Ambitionen zunehmend, eigene Zugsysteme mit einer Kombination aus Umschlag- und Rangiervorgängen über dezentrale Anlagen aufzubauen, die sich aufgrund ihrer individuellen Anforderungen nur bedingt in großen Umschlagterminals abbilden lassen. Um diese – angesichts der starken Exportorientierung mitteldeutscher Unternehmen – weiter wachsenden Verkehrspotenziale abseits der großen Ströme auch künftig erschließen zu können, ist teilweise ein Umdenken in der Förderpolitik erforderlich. Eine quasi standardisierte Herangehensweise, zum Beispiel bei der Einschätzung des Einzugsbereiches eines Terminals oder des Wettbewerbs zu anderen Anlagen, ist in Mitteldeutschland wenig zielführend. Während bei einigen Logistikketten Vor- und Nachläufe von deutlich über fünfzig Kilometern noch wirtschaftlich sind, kann für die Verlagerung anderer Straßentransporte zum KV eine Zusatzentfernung von zehn Kilometern zum nächsten Terminal schon nicht mehr wettbewerbsfähig sein. Die Erfahrung aus anderen Regionen, deren KV-Historie ähnlich begonnen hat, zeigt, dass mehrere Terminals in einer Region nicht zwangsläufig zur Wettbewerbsverzerrung führen und dass eine zu starke Zentralisierung nicht nur positive Bündelungseffekte bringt sondern auch Akzeptanzprobleme bei den Nutzern schafft und wesentliche Potenziale unerschlossen lässt. Bei der Gewinnung zusätzlicher Potenziale für den Bahntransport können mitteldeutsche KV-Standorte eine wichtige Brückenfunktion erfüllen. Zum einen kommt es künftig darauf an, verstärkt kontinentale und maritime Ladungsströme miteinander zu kombinieren. Zum Beispiel, wenn nach Abschluss der genannten Infrastrukturvorhaben auf ausgewählten Strecken Zuglängen bis zu 750 m möglich werden, können diese zusätzlichen Kapazitäten auch hierfür genutzt werden. Weiterhin ist zu prüfen, ob marktreife Innovationen für den Umschlag nicht kranbarer Sattelanhänger in bestehende KV-Terminals integrierbar sind. In anderen Regionen gibt es hierfür erste Ansätze, um zum Beispiel auf die bei osteuropäischen Straßentransporteuren nach wie vor geringe Verbreitung kranbarer Trailer zu reagieren. Ein weiteres Handlungsfeld besteht in der Verknüpfung von Kombinierten Verkehren mit konventionellen Wagenladungsverkehren (WLV). Hier bieten die in einigen Standorten bereits bestehenden oder im Aufbau befindlichen Railports mit ihrer Nähe zwischen KV- und WLV-Ladestellen günstige Bedingungen. Um diese Railports zu wirksamen Alternativen zum Rückgang der Anzahl individueller Gleisanschlüsse zu machen, bedarf es jedoch noch großer Anstrengungen. Neben der Staatsbahn als bislang einzigem Anbieter eines Einzelwagennetzes bestehen zumindest Ansätze für den Aufbau regionaler Wagengruppennetze einzelner Bahnoperateure. Eine Konferenz in Chemnitz im November 2014 hat den Teilnehmern jedoch deutlich vor Augen geführt, das die Etablierung von Railports allein noch nicht zum Umdenken bei den Verladern führt. Vielmehr muss das in der Vergangenheit teilweise verloren gegangene Vertrauen in den Wagenladenwagenverkehr zurückgewonnen werden. Die Eisenbahn muss durch Spediteure und auch durch die Verlader aktiv in die Logistikketten eingebunden werden und nicht erst nachträglich dem Wettbewerb zum durchgehenden Lkw-Transport ausgesetzt werden. Vorhandene Informationsportale zu Zugangsstellen zum Schienengüterverkehr sollten für diese Zielgruppen entsprechend erweitert bzw. in regionale Lösungen integriert werden, um die Wissensdefizite abzubauen. Die Öffnung privater Gleisanschlüsse für Drittnutzer kann diese kostengünstiger in der Unterhaltung und attraktiver in der bahnseitigen Bedienung zu machen. Zudem haben sich die Binnenhäfen zu wichtigen Bündelungspunkten im Wagenladungsverkehr entwickelt. Neue Impulse für die Effizienz im Einzelwagenverkehr werden ebenfalls von neuen Zugbildungsanlage in Halle/Saale erwartet. Hingegen wird es immer schwerer, neue Anschlussbahnen im Rahmen von Unternehmensansiedlungen zu etablieren. Zwar gibt es grundsätzlich Gewerbegebiete neben Bahnstrecken, jedoch ist entweder der Aufwand für die Herstellung des Gleisanschlusses mit kaum vertretbaren Aufwand verbunden oder die „letzte Meile“, also die erforderliche Rangierfahrt, zu lang für einen insgesamt wettbewerbsfähigen Bahntransport. Wirtschaftsförderer und Betreiber des Bahnnetzes sollten hier verstärkt ihre Bestandsunterlagen und Planungen abgleichen, um künftig besser auf Anfragen nach Grundstücken mit Bahnanschluss reagieren zu können.